Konzeption  

 

Kurzbeschreibung der Kindertagesstätten des Familienzentrums

Die katholische Kirchengemeinde St. Michael und Paulus ist der Träger des Familienzentrums mit den Kindertagesstätten St. Marien und St.Nikolaus.        

Die inklusive Kindertagesstätte St. Marien liegt in der Innenstadt von Velbert, die Kindertagesstätte St. Nikolaus liegt in Waldnähe am Rande der Stadt.

Die inklusive Kindertagesstätte St. Marien betreut in ihrem Haus 10 Kinder, die einen Förderplatz haben und 42   Regelkinder im Alter von 2 bis 6 Jahren.

Die katholische Kindertagesstätte St. Nikolaus ist einezweigruppige Einrichtung in der 45 Kinder im Alter von 2-6 Jahren betreut werden.

Die katholischen Kindertagesstätten verstehen sich als Ort der Familien för­dernden und ergänzenden Erziehung und Bildung des Kindes auf Grund­lage des Glaubens der katholischen Kirche.

So ist das Familienzentrum:

  • eine   lebensweltorientierte Einrichtung,
  • ein  Teil der Pfarrgemeinde,
  • ein Ort des Kennenlernens christlicher Lebenskultur,
  • ein Ort der Evangelisierung,
  • ein Ort caritativer Lebensäußerung der Gemeinde und
  • ein Ort des Suchens und der Orientierung.

 

Ausgangslage und somit Idee für ein gemeinsames Familienzentrum, ist die gesundheitliche Prävention und in diesem Bereich ein Bewusstsein dafür bei den Familien zu entwickeln. Da fast alle Wege nur noch mit dem Auto erledigt werden, die Technisierung der Kinderzimmer einen deutlichen Anstieg erlebt, gerät Bewegung immer mehr aus dem Blickfeld.

So wurde z.B., um eine gesunde und nachhaltige Ernährung für Kinder anbieten zu können, eine  hauswirtschaftliche Kraft eingestellt, die für beide Einrichtungen täglich frische, fleischlose, gesunde Kost zubereitet.

Im Familienzentrum wird Bewegung groß geschrieben, denn für Kinder ist Bewegung die Basis einer gesunden, körperlichen und geistigen Entwicklung. Gleichzeitig ist es aber unerlässlich, die Eltern für das Thema Bewegung zu begeistern. So finden  Workshops zum Thema statt oder es gibt Angebote im Familienzentrum durch den örtlichen Sportverein. Wir verstehen uns als Begleiter für Familien. Eltern sind in der Regel die wichtigsten Bindungspersonen eines Kindes und dadurch natürliche und wichtige Partner für uns. Deshalb erfolgt eine gemeinsame Kooperation mit den Eltern in gegenseitiger Wertschätzung, Toleranz und Respekt, denn nur auf diese Weise verbessern sich nachhaltig die Entwicklungschancen von Kindern.

Insbesondere in einer Umwelt, die immer schnelllebiger auf uns einwirkt, ist es wichtiger denn je geworden, Kindern Lebensräume zu schaffen, die es ihnen ermöglichen in vielschichtiger Weise Erfahrungen zu machen. Hierzu gehören neben der sozial emotionalen Entwicklung, die Sprachentwicklung, die motorische Entwicklung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, die Entwicklung der Wahrnehmung, etc.

Schwerpunkt unseres Familienzentrums und somit Basis derArbeit ist die ganzheitliche Gesundheitsbildung der Familien. Gesundheit ist die unverzichtbare Basis auf der die Bildungsprozesse überhaupt erst angestoßen werden können.

„Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Frei sein von Beschwerden und Krankheit." (WHO Definition)

Zur Gesundheit gehören eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegungsmöglichkeiten, positive soziale Kontakte und stabile, enge Bindungen.

Nahezu all unsere Lebensumstände wirken direkt oder indirekt auf unsere Gesundheit ein: Luft-, Boden und Wasserqualität, Ernährung,Bewegung, Schlaf, Ruhe, Entspannung, Stress, Selbstbezug, soziale Kontakte,Liebe, Sexualität, Arbeit, Sicherheit, Anerkennung, Lebensziele und Hobbys. Dieses sind wesentliche aber bei weitem nicht alle Aspekte, die unsere Gesundheit im positiven Sinne fördern und im Negativen beeinträchtigen. 

Das Familienzentrum möchte mit seinen Angeboten, wie z.B.gesunde Ernährung, Zahnprophylaxe, Elternberatung, Bewegungsförderung, Begegnungsorte,etc. den Fokus auf die Gesundheitsförderung legen.

 

Gesunde Ernährung

Nach dem Kinder und Jugendsurvey (KiGGS 2007) des RobertKoch Instituts weisen 20% der 0 bis 17 Jährigen gesundheitliche Auffälligkeitenauf, vor allem in den Bereichen Bewegung, Körpergewicht, Ernährungsstil, sowie seelischer Gesundheit.

Im Familienzentrum wird ein eigenverantwortlicher, ungezwungener und genussvoller Umgang mit Essen und Trinken angestrebt. Aus unserer Sicht und wie von vielen Experten bestätigt, werden die Ernährungsgewohnheiten in den ersten Lebensjahren geprägt. Es ist also wichtig,bereits in früher Kindheit einen Grundstein für eine ausgewogene Ernährungsweise zu legen. Neben den Familien tragen wir als Familienzentrumhierfür eine große Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen. Im Familienzentrum wird fleischlos gekocht, das heißt wir verarbeiten täglich frisches Gemüse,Fisch und Obst. Hierbei achten wir darauf, dass die Lebensmittel, die verarbeitet werden, soweit möglich von regionalen Anbietern in Bioqualität bezogen werden. So bekommen wir unsere Kartoffeln, Käse, Eier von einem Biohof in unmittelbarer Nähe. Eine bewusste und ausgewogene Ernäh­rung mit möglichstnaturbelassenen Lebensmitteln ist die optimale Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Das gilt für alle Lebensphasen.

Wir verzichten auf die Gabe von Fleischprodukten, da schon 40g Fleisch  bzw. Wurst pro Tag für die Ernährung eines Kindes ausreichend ist. Wir haben durch Gespräche mit Eltern erfahren, dass diese Mengen aber in den meisten Fällen deutlich überschritten werden.

Der Umgang oder die Verarbeitung von Lebensmitteln ist zu einem wichtigen Bildungsauftrag geworden, denn wir beobachten in unseren Einrichtungen aber auch gesellschaftspolitischen Bereichen den Rückgang von Koch bzw. Esskulturen. Heute ist es möglich, sich vollständig von Tiefkühl-oder Dosenprodukten zu ernähren. Immer weniger junge Menschen wissen, wie man eine Kartoffel schält oder bezeichnen Tomaten als Äpfel. Um diesen Zustand entgegen zu wirken, halten wir es für wichtig, dass Kinder täglich mit allen Sinnen erleben, wie eine Speise hergestellt wird.

 

Bewegung

Bevor ein Kind etwas begreifen kann, muss es seine Umwelt greifen können, bevor es etwas erfassen kann, muss es die Dinge fassen können. Ab dem Moment,in dem das Kind selber stehen kann, setzt eine zunehmende Selbständigkeit ein. Ohne ausreichende Bewegung sind keine großen Fortschritte zu machen. Erst wenn es alle Sinne erprobt hat, kann es Sinn erkennen. Ohne Bewegung und Sinneswahrnehmungen fehlt die Voraussetzung für jegliches Selbstbewusstsein. Für die Entwicklung des Kindes ist Bewegung also genauso wichtig wie Essen undTrinken.

Eine der Aufgaben unseres Familienzentrums ist es  ein Gesundheitsbewußtsein durch gezielte Bewegungsangebote für Familien zu entwickeln. Bewegungserfahrungen sind elementare Erfahrungen für unser gesamtes Leben. Sie bewirken körperliches Wohlbefinden, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen bei Kindern und Erwachsenen.

Vorwärts laufen, rückwärts laufen, klettern, hüpfen, springen, balancieren oder rennen stärken nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch die geistigen. Des Weiteren stärkt Bewegung die Knochen, fördert die Muskelbildung, sorgt für die Durchblutung der Organe und schult das Gleichgewicht.

Hier setzt das Familienzentrum durch gezielte Angebote, wie z.B. Eltern-Kindnachmittage zum Thema „Bewegungsförderung“  und Präventionsschulungen für Eltern an.

Seit einigen Jahren arbeiten wir im Rahmender LOTT JONN Initiative Kinder und Jugendgesundheit mit dem Gesundheitsamtdes Kreises Mettmann zusammen. Diese Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, Aktivitäten für eine gesunde Entwicklung von Kindern zu fördern.  

Durch regelmäßige Ausflüge in den nahegelegenen Wald schaffen wir, neben einer gesunden Bewegung im Freien, auch die Möglichkeit bei Kindern ein Bewusstsein für den Umgang mit der Natur zu festigen. Die Bewahrung der Schöpfung verstehen wir als Aufgabe aller Menschen für die zukünftigen Generationen.

 

Psychische Gesundheit

Die psychische Gesundheit hängt eng mit der körperlichen Gesundheit zusammen. Nur durch die Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Körper, sowie zwischen Körper und Umwelt, kann das Gehirn intelligent arbeiten. Nur durch seinen Körper kann ein Geist die Welt „begreifen“. Bei Kindern ist besonders gut zu beobachten, dass motorische und kognitiv-emotionale Entwicklung untrennbar verbunden sind. Dies wird als psychomotorische Entwicklung bezeichnet: Ein Säugling entwickelt z.B. durch das Krabbeln Orientierungssinn, lernt aber wiederum mit derVerbesserung des Orientierungssinns, sich mehr und besser zu bewegen.

Im Alltag kann man unmittelbar feststellen, dass sich körperliches Wohlbefinden auf die Psyche auswirkt. Wissenschaftlich belegt ist, dass Körperhaltung undGesichtsausdruck beeinflussen, welche Gefühle oder Handlungen in der Folge auftreten können.

Konkrete Emotionen und Lebenserfahrungen schlagen sich habituell im Körper nieder, etwa durch die Körpersprache eines Menschen. Psychische Erkrankungen nehmen seit vielen Jahren beständig zu. Laut DAK Gesundheitsreporthat sich der Anteil „der psychischen und verhaltensbedingten Störungen"von 6,6 % der gesamten Arbeitsunfähigkeitstage in 1999 auf 12,1 % in 2010entwickelt. Generell trifft es Frauen fast doppelt so stark wie Männer. Häufigsind Frauen aufgrund der familiären Situationen mit Beruf, Kinder und Haushaltdeutlich geforderter als Männer.

Im Familienzentrum besteht die Möglichkeit, an gezielten Angeboten zur Bewältigung der Stresssituationen teilzunehmen, wie z.B. ein Entspannungskursnach Jacobsen oder autogenes Training. Diese Angebote werden von der Physiotherapeutin durchgeführt. Gleichzeitig sind  Gesundheitsangebote für Eltern und Kindern in der integrativen Kneipp Kindertagesstätte Pusteblume – unserem Kooperationspartner-vorgesehen. Die Grundsätzen des  Sebastian Kneipp(1821-1897) basieren auf fünf Säulen:

·       Bewegung,

·       Kräuterkunde,

·       seelischesWohlbefinden,

·       gesunde Ernährung und

·       Wasser

Pfarrer Sebastian Kneipp steht für ein Naturheilverfahren, in dem es um den ganzen Menschen geht - um Körper, Geistund Seele. Mit einfach nachvollziehbaren
Ratschlägen lassen sich nach seiner Methode viele Krankheiten heilen, Widerstandskräfteentfalten und die Gesundheit aufrechterhalten.

Diepsychische Gesundheit des Kindes hängt wesentlich von der Qualität derEltern-Kind-Beziehung, bzw. der zu einer anderen festen Bezugsperson ab.

Bindungentsteht über die alltägliche Interaktion der Eltern mit ihrem Kind. DieBindung zwischen einem Säugling oder Kleinkind und seinen wichtigsten Bezugspersonensorgt dafür, dass diese dem Kind körperliche Nähe und emotionale Sicherheitanbieten, welche dem Kind Explorationsverhalten, Lernen und autonome Entwicklung ermöglichen. Erst diese positive Beziehung schafft dieVoraussetzung für ein gesundes Aufwachsen. Wir wissen, dass alle Menschen einBindungsbedürfnis haben, welches altersspezifisch jedoch unterschiedlichausfällt. Um diesen Aussagen gerecht zu werden, ist die Familienbildungbesonders wichtig. Durch  Kurse oder Elternnachmittage, die fachlich begleitet werden, entsteht ein niederschwelliges Angebot für Familien vor Ort.

 

Soziale Gesundheit

Der Begriff der sozialen Gesundheit umfasst: soziales Wohlbefinden, Arbeitsfähigkeit und soziale Integration.

Besonders die Bereiche der sozialen Integration werden im Familienzentrum durch verschiedene Angebote, wie z.B. gemeinsame Erlebnisse wie Ausflüge,Eltern- Kindnachmittage, Elternfrühstück, Elternnachmittage bzw. -abende.,Väter-Kinder zelten etc. gefördert.

Dort ist jeder willkommen und angenommen.

Die Eltern können über ihre Belange und Probleme miteinander ins Gesprächkommen und auch im Rahmen der Elternberatung Unterstützung erfahren. Das Familienzentrum versteht sich neben der Beratung und Begleitung vor Ort, alsLotse, das durch Kenntnis der Hilfsinstitutionen bei der Vermittlungunterstützt, bzw. Familien aktiv begleitet.

Ein weiterer Baustein zur sozialen Integration, ist der Mittagstisch, der einmal in der Woche als Begegnungsraum von Menschen aus dem Stadtteil und der Kirchengemeinde in Kooperation mit der kath.Frauengemeinschaft, im Pfarrzentrum stattfindet. Hier besteht die Möglichkeit,in gemütlicher Atmosphäre eine frisch zubereitete, gesunde  Mahlzeit gegen eine geringe Spende zuerhalten. Menschen haben hier Gelegenheit, einander zu begegnen und sich kennenzulernen. So entsteht Gemeinschaft, die besonders für ältere, alleinstehende oder arbeitsuchende Menschen wichtig ist.

 

Abschließende Worte

Zusammenfassend sind die Leitideen des Familienzentrums St. Marien und Nikolaus:

·       einen Beitrag zur Gesundheitsprävention am Ort,zu bieten

·       die individuelle Begleitung und Beratung vonFamilien

·       eine christliche Orientierung

·       einen Beitrag zur Bildung von Nachhaltiger Entwicklung zu leisten.

Die Entwicklung des Familienzentrums ist ein andauernder Prozess der Reflexion und Weiterentwicklung. Das Konzept wird von der Lenkungsgrupperegelmäßig überprüft und angepasst, die Angebote ausgeweitet. Als Werkzeugedienen dazu die aktuellen Sozialraumanalysen, Ergebnisse der Elternbefragungen und anderen Rückmeldungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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